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Milchsorten:
Rohmilch
Als Rohmilch wird die völlig unbehandelte
Kuhmilch bezeichnet. Ihr Milchfettgehalt liegt durchschnittlich zwischen 3,5
und 4 Prozent. Generell schwankt der Milchfettgehalt bei Rohmilch je nach
Kuhrasse, Futter und Jahreszeit und kann somit auch unter 3,5 Prozent sowie
über 4 Prozent liegen. Kauft man Rohmilch direkt beim Erzeugerhof ist sie
nur gekühlt und manchmal auch gefiltert. Betriebe die Rohmilch verkaufen dürfen
müssen strenge Hygienevorschriften beachten und unterliegen einer ständigen
Kontrolle.
Vorzugsmilch
Vorzugsmilch ist Rohmilch, die verpackt und
manchmal zusätzlich auch gefiltert an den Verbraucher weiter gegeben wird.
Abgesehen von der Filterung und Kühlung ist Vorzugsmilch völlig
unbehandelt. Sie besitzt den natürlichen Anteil aller Milchbestandteile.
Ihr Milchfettgehalt liegt durchschnittlich zwischen 3,5 und 4,0 Prozent kann
aber je nach Kuhrasse, Futter und Jahreszeit auch unter 3,5 Prozent bzw. über
4 Prozent liegen. Vorzugsmilch ist unbehandelt und darum nur sehr
kurzfristig haltbar. Sie sollte innerhalb von 24 Stunden an den Verbraucher
verkauft sein. Für Kleinkinder und Säuglinge wird empfohlen Vorzugsmilch
und Rohmilch abzukochen. Unter Umständen kann es bei Kleinkindern und Säuglingen
durch den Verzehr von Vorzugsmilch zu Unverträglichkeiten kommen. Dadurch
gehen allerdings auch einige der wertvollen Vitamine verloren. Vorzugsmilch
ist im Kühlschrank bis zu sechs Tagen haltbar.
Vollmilch
Vollmilch ist die wichtigste standardisierte
Milchsorte. Ihr Milchfett besitzt einen konstanten Gehalt von 3,5%. Eine
Ausnahme bildet Vollmilch mit natürlichem Fettgehalt. Sie wird nicht
wie andere standardisierte Sorten zuerst in Rahm und Magermilch getrennt und
anschließend wieder vermischt, sondern behält ihren natürlichen
Milchfettgehalt von mindestens 3,5% bis zu 4,0%.
Fettarme
Milch, teilentrahmte Milch.
Fettarme Milch sie gehört zu den
standardisierten Milchsorten. Ihr Fettgehalt wird auf 1,5 bis 1,8%
"eingestellt". Sie kann zusätzlich noch mit Milcheiweiß
angereichert werden. Dies muss allerdings auf der Verpackung gekennzeichnet
sein.
Entrahmte
Milch, Magermilch.
Magermilch hat einen maximalen
Milchfettgehalt von 0,3 Prozent. Sie kann, wie auch fettarme Milch mit
Milcheiweiß angereichert werden. Die Zugabe von Milcheiweiß muss auf der
Verpackung gekennzeichnet werden.
Sahne, Rahm
Sahne ist der Rahm der bei unbehandelter
Milch nach oben steigt. Ursprünglich wurde so Sahne gewonnen. Heute wird
die Sahne durch zentrifugieren in sogenannten Separatoren so lange
geschleudert, bis sich die schwerere Magermilch nach Außen abgesetzt hat
und die spezifisch leichtere Sahne innen zurück bleibt. Aus Sahne wird
Butter hergestellt. Sahne ist reich an Fett und Milcheiweiß und enthält
fettlösliche Vitamine. Sie wird wie die Milch verschiedenen Methoden zur
Haltbarmachung unterzogen. Und ebenfalls wie die Milch wird Sahne durch
Mischen mit entrahmter Milch auf verschiedene Fettstufen eingestellt.
Fettstufen der Sahnesorten:
- Sahne 25 - 29%
- Schlagsahne oder Schlagrahm 30 - 33%
- Schlagsahne "extra" 36%
- Kaffeesahne 10 - 15%
Je nach der verwendeten Methode der
Haltbarmachung ist Sahne unterschiedlich lang haltbar.
- frische Sahne 4 -6 Tage im Kühlschrank
- ultrahocherhitzte Sahne 6 Wochen ohne Kühlschrank
- sterilisierte Sahne bis zu einem Jahr ohne
Kühlschrank
Die Bezeichnung "Süße Sahne" hat
nur volkstümlichen Charakter und dient nur zur Unterscheidung von sauer
Sahne.
TIP: Sahne wird beim Schlagen nicht
immer steif, manchmal gerinnt sie auch. Das kann viele Ursachen haben. Die
Zusammensetzung von Milchfett, ein ungünstiger Fett-Eiweißgehalt, zu alte
oder zu frische Sahne oder die Temperatur ist zu hoch bzw. zu niedrig.
Frische Sommersahne mit zu hohem Milcheiweißgehalt lässt sich schlechter
steif schlagen. Kaffeesahne ist kaum steif zu schlagen. Optimal ist
Schlagsahne mit 30 bis 33 Prozent Fettgehalt, die mindestens einen Tag im Kühlschrank
gelagert hat. Dann hat die Sahne eine Temperatur von 5 bis 6°C. Sie sollte
in ebenfalls kalten und sauberen Gefäßen aufgeschlagen werden.
Schlagsahne
"extra"
Schlagsahne "extra" hat einen
Fettgehalt von mindestens 36 Prozent. Durch den hohen Fettgehalt lässt sie
sich leichter aufschlagen, als die weniger fette Sahne und Schlagsahne.
Kaffeesahne
Kaffeesahne wird oft auch als Kaffeerahm
oder Trinksahne im Handel angeboten. Ihr Fettgehalt muss mindestens
10 Prozent haben. Handelsüblich sind 10, 12 und 15 Prozent. Kaffeesahne lässt
sich nicht steif schlagen. Kaffeesahne mit niedrigem Fettgehalt wird oft
durch Ultrahocherhitzen oder Sterilisieren haltbar gemacht. Wie der Name
schon erahnen lässt, wird Kaffeesahne zum verfeinern von Kaffee aber natürlich
auch von Tee verwendet.
Milch besteht zu ca. 87,5% aus
Wasser. Die festen Nährstoffe schwimmen fein verteilt in der Milch. Sie
werden auch Milchtrockenmasse genannt. Sie bewirken, dass aus Milch Sahne,
Butter oder Joghurt hergestellt werden kann.
Bestandteile:
-
Milchzucker (4,7%)
-
Milchfett (3,5 - 3,8%)
-
Milcheiweiß (3,2 - 3,5%)
-
Vitaminen (Carotin, Vitamin
A, B1, B2, C, D und E)
-
Mineralstoffe (Calcium,
Kalium und Phosphor)
Im Handel angebotene Milch ist
Kennzeichnungspflichtig. Anhand der Verpackung muss der Verbraucher erkennen
können welche Inhaltsstoffe enthalten sind, wie lange die Haltbarkeit ist
und was und welche Menge er kauft. Aus der Verpackung muss stehen:
-
Mindesthaltbarkeitsdatum
(z.B.: 27.3.1990)
-
Inhaltsmenge (z.B.: 1 Liter)
-
Inhaltsstoffe (z.B.:
Fettgehalt: 3,5 %)
-
Milchsorte (z.B.: Vollmilch)
-
Molkerei (z.B.: Molkerei
Molkenkur)
Milch ist ein Lebensmittel mit
einer optimalen Zusammensetzung der Nährstoffe. So bildet Milch auch einen
idealen Nährboden für Mikroorganismen, die Milch schnell sauer werden oder
verderben lässt. Um die Milch weitgehend frisch und frei von unerwünschten
Bakterien zu halten wurden verschiedene Verfahren entwickelt um Milch möglichst
lange haltbar zu machen. Bei bestimmten Methoden der Haltbarmachung kann
Milch Monate ohne Kühlung aufbewahrt werden. Alle Sorten Milch werden nach
diesen Methoden behandelt. Eine Ausnahme bilden nur Roh- und Vorzugsmilch.
Die Art der Behandlung muss auf der Verpackung vermerkt sein. Zu Gunsten der
Haltbarkeit gehen durch die Zusatzbehandlungen wertvolle Inhaltsstoffe der
Mich verloren. Auch der Geschmack verändert sich je nach Methode mehr oder
weniger stark.
Rund um die Milch – Was ist
drin?
Mit bis zu 40 Litern Milch am
Tag und circa 8.000 Litern pro Jahr bei einem Fettgehalt von mehr als 4 %
leisten die hessischen Milchkühe Höchstleistungen. Auch der Zeitpunkt,
wann die Kühe das erste Mal kalben und damit zum Milchlieferanten werden,
wurde von 3 auf weniger als 2 ½ Jahre vorverlegt. Die Milchkuh ist längst
zum Industriearbeiter geworden; Arbeitsausfälle durch Krankheiten müssen
durch Antibiotika minimiert werden. Darunter leidet allerdings nicht selten
die Qualität der Milch. Strenge Kontrollen sollen einer Belastung
vorbeugen. Untersucht werden dabei der Fett- und Eiweißgehalt, Keim- oder
Zellzahl sowie der Gehalt an Antibiotika (auch als Hemmstoff) bezeichnet.
Sind solche Hemmstoffe enthalten, können neben gesundheitlichen Beeinträchtigungen
für den Menschen auch Probleme zum Beispiel bei der Käseherstellung
auftreten. Hier sorgt nämlich eine breite Palette verschiedener Milchsäurebakterien
für vielfältige Geschmacksrichtungen. Ob mild oder herzhaft, jeder
Bakterienstamm kreiert einen anderen Käse. Sind Antibiotika in der Milch
enthalten, sterben die Bakterien ab. Doch vollerer Geschmack und gesündere
Inhaltstoffe der ökologisch hergestellten Milchprodukte rechtfertigen nur für
wenige Käufer einen höheren Preis. Auch die Milchindustrie bedient sich
bei ihren Verkaufsargumenten des Begriffs „naturnah“, obwohl die Milch
zum Teil arg gebeutelt wird, ehe sie zum Verbraucher kommt. Inhaltsstoffe
werden entfernt, Fettanteile zerschlagen, entzogen und wieder zugesetzt.
Fettarme Joghurts seien gesund und machen schlank, hören wir in der
Werbung, fettreiche hingegen seien natürlich und gesund. Jedes
Verkaufsargument scheint in sich schlüssig. Der neueste Trend ist
„Functional Food“, sogenannte probiotische Joghurtkulturen. Diese
speziell gezüchteten Milchsäurebakterien bieten scheinbar mehr als nur Ernährung
und werden fast so beworben als wären sie Medizin. Es stimmt zwar, dass
sich probiotische Joghurts positiv bei Milchzuckerunverträglichkeit oder
der Gabe von Antibiotika auswirken, aber diese Wirkung haben nach
Expertenmeinungen normale Joghurts auch. Gesunde Ernährung setzt sich aus
vielen verschiedenen Faktoren zusammen. Ernährt man sich zum Beispiel überwiegend
von Fast Food reicht es nicht aus jeden Tag einen probiotischen Joghurt zu
essen, um gesund zu leben.
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