Der Kuhfladen

Schon wenige Sekunden, nachdem der grün-braune Kuhfladen aus Wasser und Pflanzenresten zu Boden gefallen ist, wird er zum Hochzeitsplatz, zur Kinderstube und zum Schlaraffenland für Dutzende von Insektenarten.

Der Kuhfladen hat gut zwei Kilo Gewicht und der Durchmesser beträgt runde dreißig Zentimeter. In zwei, drei Monaten - je nach Witterung - ist er zersetzt und verschwunden. Doch für Nachschub ist gesorgt, denn eine Kuh produziert acht bis zehn solcher Haufen pro Tag. Bereits nach rekordverdächtigen fünfzehn Sekunden schwirrt die erste Fliege heran. Nach knapp einer Minute ist schon reger Betrieb. Schmeiß- und andere Fliegen suchen sich die besten Plätze für die Eiablage. Mit ihrem Legestachel vermögen Fliegen nur in einen weichen Fladen einzudringen.

Deshalb drängt die Zeit, denn in weniger als ein bis zwei Stunden bildet sich auf der Oberfläche dicke, trockene Haut. Dann kommen die Dungkäfer. Sie graben sich Gänge in den feuchten Haufen und sorgen so für dessen Belüftung und Austrocknung. Eine große, gelbe Mistfliege hat den Kuhfladen zur Kontaktbörse erkoren. Die Männchen bespringen alles, was in etwa nach einer Fliege aussieht, egal ob Weibchen oder Männchen. Innerhalb kürzester Zeit wurden über ein Dutzend Insektenarten beobachtet, deren Lebensgrundlage mehr oder weniger direkt die Kuh und ihre Ausscheidungen sind.  

Quelle:

http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/cstuecke/30847/