Milchbildung

Warum gibt die Kuh eigentlich Milch?

Alle Säugetiere ernähren ihre Neugeborenen mit einem eigens dafür gebildeten Drüsensekret, der Milch. Sie ist genau auf den Nährstoffbedarf des Nachwuchses abgestimmt. Mit der Haltung von Ziegen, Schafen und Rindern als Nutztiere entdeckte der Mensch auch die Vorzüge der Milch. Was Kalb, Lamm oder Zicklein nicht zum Überleben brauchten, bereicherte den eigenen Speiseplan.

Ohne Kalb keine Milch


Erst nach der Geburt des Kalbes setzt auch die Milchbildung bei der Kuh ein
Durch gezielte Züchtung auf hohe Milchleistungen hin geben heutige Milchviehrassen viel mehr Milch als für die Aufzucht eines Kalbes notwendig ist. Dennoch muss die Kuh kalben, um Milch zu geben. Die Milchbildung setzt unmittelbar nach der Geburt ein. Bis zur sechsten Lebenswoche des Kalbes steigt die tägliche Milchleistung stark an und geht dann wieder langsam zurück. Diese Periode wird als Laktation bezeichnet.

Biestmilch: nur für das Kalb!

Die erste Milch, die nach der Geburt einschießt, wird Biestmilch genannt. Sie unterscheidet sich von der normalen Konsummilch durch einen höheren Gehalt an Trockenmasse, Eiweißen, Mineralstoffen und Vitaminen. Für die gesunde Entwicklung des Kalbes ist die Aufnahme von Biestmilch in den ersten Lebensstunden besonders wichtig. Zu diesem Zeitpunkt können Antikörper der Biestmilch noch direkt über die Darmwand des Kalbes in den Blutkreislauf gelangen. Dort wirken sie wie eine Schutzimpfung gegen die Krankheitskeime der Umgebung. Das Kalb ist hierauf angewiesen, da die eigene Körperabwehr noch nicht entwickelt ist. Die Biestmilchperiode dauert etwa eine Woche an, danach kann die Milch wieder an die Molkerei geliefert werden.

Ein neues Kalb wächst heran

Heute geben Milchkühe in Deutschland im Durchschnitt 6.000 Liter Milch im Jahr. Damit dies möglich ist, muss praktisch jede Kuh pro Jahr ein Kalb zur Welt bringen. Die Zeit zwischen zwei Kalbungen, die Zwischenkalbezeit, sollte daher 365 Tage nicht überschreiten. Die durchschnittliche Trächtigkeitsdauer der verschiedenen Rinderrassen beträgt etwa 284 Tage. Der ideale Besamungszeitpunkt einer Kuh liegt in der sechsten bis achten Woche nach der Geburt, einer Phase, in der die Kuh die höchste Milchleistung erreicht und kaum genug fressen kann, um ihren Nährstoffbedarf zu decken.
Um eine hohe Milchleistung zu erbringen, muss praktisch jede Kuh pro Jahr ein Kalb zur Welt bringen
 

"Trockenstellen" vor der Geburt

Nach etwa 300 Tagen, spätestens jedoch sechs Wochen vor der Geburt des nächsten Kalbes, sollte die Kuh keine Milch mehr geben - im Fachjargon "trockengestellt" werden. In diesem Trächtigkeitsabschnitt wächst das Kalb besonders schnell und die Futteraufnahme der Kuh geht zurück. Nach der Geburt des Kalbes beginnt wieder ein neuer Laktationszyklus.

 

Quelle: http://www.was-wir-essen.de/abisz/1909_2356.cfm