Wieso wird Milch bei Gewitter sauer ?

Lesen Sie hier die Ausführungen von Wissenschaftler, Doktoren, Professoren oder anderen Leuten,

die sich schon mal mit diesem Thema beschäftigt haben.

 

 

Frage:

Stimmt es, dass Milch bei einem Gewitter schneller sauer werden kann?

Antwort:

Wir begeben uns hier auf ein noch sehr spekulatives Gebiet der Wissenschaft, aber ich kann mit aller Vorsicht sagen: Es stimmt wohl.

Daß Milch beim Heraufziehen eines Gewitters sauer wird, sagt eine alte Bauernregel, die interessanterweise auch heute noch zitiert wird, da doch Milch meist in Kühlschränken aufbewahrt wird. Mit Wettergrößen wie Luftdruck, Temperatur und Feuchtigkeit kann der Vorgang daher nicht viel zu tun haben.

Professor Gerhard Ruhenstroth-Bauer vom Max-Planck-Institut für Biochemie und der Laienforscher Hans Baumer sind überzeugt, die Ursache für die biologischen Effekte von Gewitterfronten im Auftreten so genannter Sferics gefunden zu haben. Sferics sind sehr langwellige, kurze elektromagnetische Impulse. Diese können über Entfernungen von 500 Kilometern gemessen werden - daher die prognostischen Fähigkeiten wetterfühliger Menschen. Wie die Sferics auf Organismen wirken, zum Beispiel auf Bakterien, die die Milch sauer machen, ist allerdings wissenschaftlich völlig ungeklärt.

Frage :

 

Stimmt es das gekühlte Milch länger frisch bleibt  ?

 

Antwort:

 

Milch wird heute vor der Verarbeitung meist 1 – 3 Tage bei 4 – 6 Grad Celsius gekühlt. Die Kühlung der Milch verhindert die Vermehrung der wärmeliebenden Milchsäurebakterien. Diese klassischen Verderbniskeime führen dazu, dass Milch sauer wird. Die Kühlung verschiebt nun die Keimflora der Rohmilch hin zu kältetoleranten eiweiß- und fettzersetzenden Bakterien. Diese stammen nicht nur aus den Melkanlagen der Landwirte, sondern nisten sich vornehmlich in den langen Milchleitungen, -dichtungen, -verschraubungen und -abfüllanlagen der Molkereien ein. Ihre Sporen und hitzeresistenten Keime überleben auch die Pasteurisierung. Gesundheitsschädlich sind sie nicht, aber sie schränken die Haltbarkeit ein und sind die Ursache dafür, dass Milch heute nicht mehr sauer wird, sondern fault. Sauermilch selbst herzustellen, ist deshalb fast nicht mehr möglich.

 

Kurzfassung für Eilige:

 

Milch (Emulsion) ---Bakterien----> (Molke + Milchsäure) + Casein*1
Trennung der Emulsion in Molke u. Ausflockung von Casein
durch natürliche Milchsäurebakterien.

Wärme beschleunigt physikalische Vorgänge (Emulsionstrennung)
und chemische Reaktionen (Beschleunigung der Zersetzung).
Kälte (im Kühlschrank bzw. Kühlhaus) vermindert die Reaktions-
geschwindigkeit (bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum).

 

*1 Erläuterung von Casein
 


Ein belauschtes Gespräch :


A: Gestern das Gewitter mitbekommen?

B: Hmm.

A: Die Milch im Kühlschrank ist total dick geworden. Macht nur noch blub blub.

B: Ist das kausal?

A: Sagt man doch: Bei Gewitter wird die Milch sauer.

B: Warum denn? Welche Faktoren spielen eine Rolle? Druck, Luftfeuchtigkeit, Elektrizität. Druck und Luftfeuchtigkeit scheiden aus, sind auch ohne Gewitter variabel. Elektrizität? Ich guck mal im Internet nach.


(fünf Minuten später)


A: Alles klar: die elektromagnetische Strahlung ist nicht nur während eines Gewitters erhöht, sondern auch davor. Es gibt sogenannte Dunkelblitze, die für das Auge unsichtbar sind. Aber alle möglichen Bakterien reagieren darauf. Deshalb wird nicht nur die Milch sauer, sondern bei den Brauereien auch das Bier schal und bei den Bäckereien geht der Hefeteig nicht mehr richtig auf. Eigentlich haben alle Unternehmen, die Naturprodukte verarbeiten, Probleme mit Fehlchargen.

B: Aha. Und was tut man dagegen?

A: Hmm.

B: Erster Gedanke: Die Strahlung abschirmen. Zweiter Gedanke: die Bakterien töten.

A: Abschirmung ist schwierig. Die Bakterien: Töten?

B: Sagrotan in die Milch? Vielleicht die Bakterien genetisch verändern? Und gewitterresistente Stämme bei Gewitterwarnung in die Milch geben. Ins Bier und in den Teig?

A: Oder die Bakterien gefügig machen, in dem man sie vor einem Gewitter mit Zusatzstoffen füttert. Einfach eine Prise "Gewitter-gehe-mir-am-Arsch-vorbei" in den   Braukessel geben, fertig.

B: Oder man untersucht Mikroorganismen aus Gegenden, in denen es häufig gewittert. Die müssten eigentlich stoischer auf Gewitter reagieren.

A: Trotzdem müsste man die Organismen, die sich hier normalerweise auf allen möglichen Sachen tummeln, erst mal ruhig stellen.

B: Man könnte ihnen etwas vorlesen. Sie irgendwie beschäftigen, ablenken. Wie hoch ist die Aufmerksamkeitsspanne von Bakterien?


Das Gespräch dauerte noch ungefähr eine Stunde und verlief im Großen und Ganzen ergebnislos.