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Ein
Text aus dem Satireband "Blöde Lausitz".
Diese
Veröffentlichung geschah mit freundlicher Genehmigung des Klaus
Muche Verlages.
Auf der Spreewaldalm, da gibts fui Freid
Jo mei. Mir san Wiedereinrichter.
Im Fünfevierziger Joahr san meine Großeltern 'türmt vor die Russen, jetzt
kemma wieder.
Still Rosa, i muaß des jetzt dem
Herrn Journalisten erzähln.
Oiso, wohlgfühlt hammer uns sofort.
Das Echo stimmt und wann i mit dem Kahn durchn Hochwald zur Oim fahr, fühl i
mi wie dahoam. Nur das kraxeln foit weg, aber des is net so schlimm, i bin a
scho in die Joahr kemma.
Mei Rosa und i, mir ham uns o’paßt
an die hiesigen Sittn. Im Institutt hat Rosa a neue Tittn kriagt. Wos die
kloane Zitzen war, die hamma gentechnologisch umbaut Da kimmt jetzt Öl naus.
Dafür führ i sie immer amol auf die Felder vom Nachbarn, do wo dehs blaue
Lein wächst.
Aus der zwoaten Zitzn hamma an
feinen Joghurt. Die Dritte hamma mit der vierten zammaglegt und größer
gmocht, damit durch den doppelten Euterteil de Milli scheh langsam durchlaufn
koh und kimmt glei als Quark aussa.
De Sommerfrischler aus Zehlendorf
wolln desaso. Nur mit de Erdäpfel hamma so an Problem, der Bulle wollt si net
kastriern lassen, damit ma eahm de Keime von de Erdäpfel einoperiem und is
getürmt. Weg von der Oim durchs seichte Wasser auf die Oim vom Großbauern
und der kann sie net finden, sogta. I hob den Friederich versucht z'ruck zu
locken, aber der kimmt net nüber auf mei Oim, der hat sich an des Tiermehl so
g'wehnt, deß er koa ökkologische Wiesn mehr mog und scho ganz wahnsinnig
worn is.
Ja Rosa, i bin net der
Fredel.
Mir ham a des Vulverl umoperiert
Kloaner hammers ihr mochn lassn, weil jo der Friederich jetzt beim Nachbarn
deckt und scho an andrer scharf auf unser Roserl is, Ein Herr Studienrat aus
Zehlendorf hätts gern a bissl bummsert, sogta, nachm heimischen Essen is eahm
immer so, und des sei Tradition im Spreewoid und da Tourist is halt da Kini.
Do hammers ihr also so mochn lassen, nach der Zeichnung vom Herrn
Oberstudienrat
Aber geh, Rosa, doch net bei
mir.
Immer wann die dumme Kuah an den
Studienrat erinnert wird, da läufts ihr scho feicht zwischen den Haxen heraus.
I hob scho den Namen vergessn, um ihn net aus versehn zu erwähnen, aber das
Tier is so fixiert auf den Herrn, daß es nachts schreit wann's von ihm träumen
tut.
Und gelehrig is es, fast scho a
Wunder, a Göttliches. Sakra, wie ihre Zunge sich zuam Zungenröllchen
zammawickelt, daß eim ganz schwindelig wird.
Naa, doch net vor dem
Herrn.
Wissens, des hat ihr ois der
Studienrat beibracht Der wandelt so gern auf den Spuren des Herrn Virchoff,
sogta, der die Lausitzer Kultur hat erfinden wolln.
Nix als Scherbm hota hinterlassen,
der Saudepp, der damische, weils ers mit de Kiah so arg triem hot.
Weil damals hot ma für die Milli
koa Tupperware ghobt
So
Roserl, und nun gib dem Herrn
Journalist sei Portion Quark mit Leinöl.
Jo, nehmans nur selber, das macht
der Studienrat genauso. I halt eahna inzwischen de Kuah vom Leib, de
narrische.
Guat,
guat, Roserl.
I mach den Latz scho auf jo, lassens eahna ruhig Zeit
Schnelle Hilfe
Oirn
- Alm
oiso
- also
ois
- alles
Foit
- fällt
Anmerkung des Verlages
Beim angesprochenen Geschlechtsverkehr zwischen einem ominösen
Oberstudienrat aus Zehlendorf und der lieben Kuh Rosa handelt es sich nicht um
Sodomie, da Oberstudienräte, insbesondere die aus Zehlendorf in Bayem wie
auch im Spreewald als ausgemachte Rindviecher gelten. Das Fehlverhalten des
lausitzisch-bayrischen Landwirts wird vom preußischen
Landwirtschaftsministerium außerordentlich bedauert und ist nur mit der
landsmannschaftlichen Irrung zu erklären, an der die Russen
Schuld sind. Eine parlamentarische
Untersuchungskommission wurde beantragt und ist bereits mit dem Kahn zum Tatort
unterwegs, Das Fehlverhalten des unseligen Landwirts wird vom Verlag ausdrücklich
nicht zur Nachahmung empfohlen.

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